Sonntag, 9. Oktober 2011

On the Road again


Auf der RN7
Zuerst wollen wir in den Isalo Nationalpark nördlich von Tulear und dort einen bis zwei Tage wandern. So finden wir uns am Abend in einem Hostel wieder und lassen uns von Momo, dem Besitzer die 2-Tages Tour erklären. Klingt gut – machen wir so.
Am nächstem morgen um sieben warten wir auf unseren Guide – er kommt über eine Stunde zu spät. „Taxi-Brousse“ entschuldigt er sich und wir verstehen. Bienvenue – also Willkommen ist sein sympathischer Name und er wird uns durch den Park führen. Wir starten zunächst in der Maki-Schluckt und gehen von dort aus an der steilen Bergflanke entlang aufwärts in die Canyons von Isalo.

Eindrücke aus der Maki Schlucht - märchenhaft!

Ein glücklicher Wanderer in der Maki Schlucht

Blick zurück beim Aufstieg in die Schluchtenlandschaft von Isalo


Die Schlucht ist schonmal sehr schön und der Aufstieg auch – aber anstrengend. Oben angekommen machen wir eine wohlverdiente Pause, aber ich muss bevor ich mich über das Lunchpacket hermache noch ein paar Fotos des grandiosen Ausblicks schießen und erklimme eine nahe Bergspitze. Oben bemerke ich einen weißen Lemuren, der scheinbar auch die Aussicht genießt. Als er mich bemerkt trollt er sich und leider bleibt mir kaum genug Zeit die Begegnung zu dokumentieren. Trotzdem ein tolles Erlebnis. Die restliche Wanderung ist atemberaubend schön, aber auch anstrengend bei der Hitze und gegen Ende können wir die Eindrücke nicht mehr wirklich genießen – leider. 

Begegnung mit dem Weissen Lemuren auf dem Berggipfel - leider hat er sich schnell aus dem Staub gemacht

Falke in Isalo

Typischer ausblick im Isalo Nationalpark. Wirklich beeindruckend

Farbenfrohe Heuschrecke - leider schon tot.

Abgefahrene Pflanzenwelt im Nationalpark

Noch mehr Isalo Eindrücke


Ein Highlight wartet aber noch an unserem Nachtlager auf uns: ein natürlicher Swimming Pool. Nach dem langen Marsch kann ich trotz Fußmalässen nicht widerstehen und springe auch kurz in das Wasser. Natürlich löst sich dabei das Pflaster – aber wir wollten sowieso neu verbinden. Was wir allerdings sehen sieht weniger gut aus. Wir haben ein Problem. Der Faden vom Nähen ist durchgewandert und die Wunde ist offen, die Wundränder weiß und scheinbar tot. Wir können nur hoffen, dass die Wunde von unten wenigstens etwas zugewachsen ist. Die angekündigten 9 km Marsch stellen sich als 18km (mit GPS gemessen) heraus und das war scheinbar zu viel für meine Schochen. Dementsprechend ist die Stimmung beim Abendessen zunächst gedrückt – aber nur kurz, denn was unser Koch hier draußen in der Wildnis gezaubert hat ist phenomenal. Nachdem wir die Schokobananen mit echtem Kakao zum Nachtisch verdrückt haben verkriechen wir uns erschöpft ins Zelt.

Der natürlich Swimming Pool - ein paradisisches Fleckchen.

unser Zeltplatz am morgen

Lecker Frühstück - das Abendessen war NOCH besser.


Am folgenden Tag stehen noch zwei natürliche Pools und ein Wasserfall auf dem Programm, aber es snind noch einige Kilometer um dorthin zu kommen. Ich lasse wegen meines Fusses die Pools weg und beschränke mich auf den Wasserfall – lohnt sich, denn kurz davor sehen wir ein paar Kattas – Lemuren mit dem schwarz-weiß geringelten Schwanz. Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir nochmal Glück und können Kattas mit ihren Jungen beobachten. Super!

Brauner Lemur

... zwei braune Lemuren

Katta mit Baby - Süss!

Zwei Kattas mit Baby

Familienbild: Drei Kattas mit Baby - eher 2,5 ;-)


Doch wir haben nur noch wenig Zeit um zurück nach Tana zu kommen und müssen uns am frühen Nachmittag wieder auf die Straße begeben. Wir wollen bis Ambalavao kommen, denn dort ist morgen der regionale Zebu Markt, den wir uns anschauen wollen.
Am nächsten morgen machen wir uns also zum Markt auf und werden Zeuge wie immer wieder Zebus ihren Herren ausreißen und unter erheblichen Anstrengungen wieder eingefangen werden müssen. Teilweise haben die Treiber aber auch gehörigen Respekt vor ihren Tieren und halten sie sich erstmal raus und warten ab, bevor sie sie zurücktreiben.
So interessant das alles ist – wir müssen weiter. Hier die Kurzfassung unserer Reise: Wir besuchen noch ein UNESCO Dorf, eine Stadt, die berühmt ist für ihre Schnitzereien, einen Vulkankratersee und wollen auf jeden Fall noch zur Brauerei von THB unserem mittlerweile geliebten Begleiter. Dort, so hoffen Michael und ich können wir vielleicht eins der THB T-Shirts abgreifen, die viele hier tragen und die Werbegeschenke für gute Kunden sind. Unsere Enttäuschung ist groß, als wir abgewiesen werden. Nur gut, dass ich schon ein Shirt erstanden habe. Beim Mittagessen war eine Straßenverkäuferin auf uns zugekommen und wollte uns T-Shirts feilbieten. Ich lehnte dankend ab, denn ich würde nur THB Shirts kaufen. Sie verschwand und kann 10 Minuten später mit dem Shirt ihres Sohnes wieder, das ich dann natürlich gekauft habe – soviel Einsatz muss belohnt werden. Wieder in Tana angekommen mussten wir noch bei Marion unserer Couchsurfing-Freundin vorbei, bei der wir unsere Sachen untergestellt hatten. Leider war sie selbst nicht da, aber wir hoffen sie nochmal wiederzusehen! 
Zwei Zebus haben eine Meinungsverschiedenheit auf dem Zebu Markt - der Treiber hält sich vornehm raus

Zebu Markt in Ambalavao

Maus Maki im Lemur Forest Camp Ialatsara

Raupe -giftig - könnte man bei den Farben drauf kommen ....

Morgenimpressionen im Lemur Forest Camp - kleine Holzhütten im Wald

Chameleon bei der Nachtwanderung im Forest Camp

... andere Chameleon Art

Close-Up eines Waldbewohners

interessiert beobachtet uns der Lemur - wir ihn aber nicht weniger

... sieht bequem aus

Sieht aus als ob er gleich weint ...

Impressionen aus dem UNESCO Dorf. Die alten Mercese LKWs sieht man überall in Madagascar

Kleines Mädchen im UNESCO Dorf - leider scheint der UNESCO World Heritage Status nichts an der Armut zu ändern - jedenfalls nicht genug

Stolze Reisegruppe vor der THB Brauerei - leider gabs keine Shirts :-(


Dann stand auch schon der Abschied von Franziska und Michael an – bei einem opulenten Essen haben Michael und ich unser erstes und letztes THB vom Fass genießen dürfen – da wird man schonmal sentimental. An dieser Stelle: Viel Spaß Franziska und Michael in der verbleibenden Zeit auf Madagaskar und auf Bald … und danke für die Weltreise Tipps!!!


 Jetzt sitze ich hier im Hostel in Südafrika in meinem frisch gewaschenen THB Polohemd und lasse die vergangenen Wochen in Madagaskar Revue passieren.
Alles in allem ist unsere Meinung zu Madagaskar zweischneidig. Einerseits sind die Nationalparks extrem schön, die Tierwelt beeindruckend – allerdings nur dort wo man sie noch findet. Außerhalb der Parks ist es eher deprimierend zu wissen, dass vor 20 Jahren noch viel mehr Wald da war und das einfach rücksichtslos alles abgeholzt wurde. Man hat auch nicht das Gefühl, dass bei der Bevölkerung ein Bewusstsein für diesen Missstand zu finden ist, sondern bekommt es eher mit der Angst um die verbleibenden Oasen zu tun, wenn man an die Zukunft denkt. Die Bevölkerung jedenfalls hat nichts von der Ausbeutung des Landes gehabt - sie ist weiterhin sehr arm, ärmer noch als wir es in Kamerun gesehen haben. Die Menschen sind ihrem Wesen nach sehr nett und freundlich, stets aufgeschlossen, hilfsbereit und selbst beim Handeln verhältnismäßig ehrlich – was selten ist. Die Küsten sind schön und Paradiese für Taucher und die Isle Sainte Marie ist besonders toll. Aber da wir nicht die typischen Strandurlauber sind ist das leider nichts, was uns dazu bewegen würde wieder nach Madagaskar zu reisen. Wir würden wiederkommen, weil wir sovieles noch nicht gesehen haben, denn Reisen hier ist sehr schwierig und vor allem zeitintensiv! Alternativen, die schneller gehen sind teuer und man kann sich nur auf den ausgetretenen Pfaden des Tourismus bewegen. Vom Massentourismus ist Madagaskar jedoch weit entfernt und die damit verbundene Unverdorbenheit ist sehr angenehm.  

Bis bald mit News aus Südafrika!
Daniela & Sven

3 Kommentare:

  1. hey. kann auf die email NICHT antworten, kriege bei dem versuch immer ein bounce und ein "user unknown". antworte daher an gebtmirspam@...

    lg

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  2. natürlich lesen noch ganz viele andere mit. Aber ich komm kaum dazu und muss dann immer soooo viel nacharbeiten. Klingt nach einer spannenden Zeit. Das ein oder andere würde ich gerne mit Euch teilen ... aber es bleibt bei Köln, Rom und der Dörper Höhe :-) Wünsch Euch noch ne tolle Zeit in Südafrika und einen guten Flug nach Thailand. Hoffe, daß das Wasser in Bangkok bald mal weg geht ... Gruß Holger

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  3. Hallooo !!!
    Lange nix neues mehr zu lesen gekriegt. Ist am anderen Ende der Welt nichts erlebenswertes im Angebot?
    Aber weshalb ich mich eigentlich extra an den Rechner bemüht habe:

    LIEBE DANIELA !!!

    ALLES LIEBE UND GUTE ZUM GEBURTSTAG!!!!

    Ich wünsche euch nach wie vor noch eine super Zeit und hoffe, es geht euch gut und Du Sven beschenkst Daniela reichlich und schreibst fleißig weiter.

    Machts gut und liebe Grüße aus der Heimat

    Grit

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