Nicht das das besonders kompliziert war - im Gegenteil, aber man muss die nötigen Vorraussetzungen erfüllen. Neben den Impfbescheinigungen braucht man einen > 6 Monate gültigen Reisepass und eben der hatte bei mir noch ein wenig auf sich warten lassen.
Telefonisch erteilte mir Mitte Mai der kameruanische Honorarkonsul in Essen die Auskuft das sei ja alles kein Problem und eine Sache von 10 Minuten, wenn ich vorbeikäme. Er sei allerdings jetzt bis zum 20 Juni ausser Landes.
20. Juni erschien mir sehr knapp vor unserer Reise, aber aller Vernunft zum Trotz entschied ich mich auf das telefonische "gar kein Problem" zu vertrauen.
Vorgestern habe ich mich also mit den nötigen auf den Weg nach Essen gemacht um dort den Herrn Honorarkonsul zu treffen.
Das Navi meines Telefons führte mich in eine Wohngegend voller Einfamilienhäuser - nicht gerade ein Botschaftsviertel - und Haus Nummer 28 sah dann so aus:
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| Honorarkonsulat Kamerun. Bis auf die kleine Flagge deutet nichts auf eine öffizielle Visastelle hin |
Ich sach mal: Mondän ist anders!
Mir öffnete ein alter Mann um die Achtzig (hier ein Archivbild) und stellte sich als Honorarkonsul vor. Das ist er:
Während seine Frau sich mit meinen Unterlagen zum Kopierer und Stempelkissen im Nebenraum aufmachte erzählte mir der Herr Konsul von seinen Afrika Abenteuern - nicht ohne jedoch derbe auf das Bernhard-Nocht-Institut zu schimpfen, wo Daniela gerade ihren Kurs in Tropenmedizin macht. Er hoffe dort habe sich einiges seit den 60er Jahren verbessert. Damals hätten die absolut keine Ahnung gehabt.
Nach einigen weiteren Anekdoten über sein dahinsiechen und wie er beinahe Flussblind geworden wäre, waren die Formalitäten erledigt. Einige Geldscheine wanderten von einer Hand in die Andere und schliesslich wurde ich mit den Besten Wüschen für unsere Weltreise verabschiedet.
Was ich von der Begegnung mitnehme:
1. Süsses Ehepaar, die zwei
2. Honorarkonsul scheint ein guter Job zu sein - könnte ich auch
3. Konsulate hatte ich mir anders vorgestellt - wie sehen die dann blos in Afrika aus ...
Ich bin gespannt!
Bis Bald,
Sven
