Donnerstag, 22. September 2011

Madagaskar! Wir sind da!




Ich komme gerade aus dem Wasser vom Schnorcheln und habe mich unter den kleinen Schirm aus Bananenblättern gesetzt um endlich mal wieder zu bloggen. Vor mir rauscht das Meer nur leise, denn die Wellen hier innerhalb der Lagune sind nur klein, das meiste bleibt draußen am Riff hängen. Wir leben zur Zeit in einem kleinen Bungalow an einer einsamen Bucht auf der echten Pirateninsel Isle Sainte Marie vor der Ostküste Madagaskars. Wie wir hierhin gekommen sind ist eine längere Geschichte und ich versuche sie mal kurz zusammenzufassen. 

Aller Anfang ist Schwer
Wir sind am Samstagabend letzter Woche in Antananarivo angekommen. Es war ein stressiger Flug: Über 36 Stunden mit Bus angefangen und  vier Starts und Landungen bis zum Ziel. Kurz hatten wir beim letzten Zwischenstopp auf Nosy Be, einer Insel in Norden von Madagaskar überlegt, ob wir nicht einfach dort bleiben sollen und das Flugzeug ohne uns fliegen lassen. Wir haben uns aber doch dagegen entschieden und es ging weiter nach “Tana“, wie die Einheimischen Antananarivo aus verständlichen Gründen abkürzen.
Am Flughafen gibt’s direkt einen Shop von Orange – der Provider für mobiles Internet meiner Wahl. Das trifft sich ja – der Kauf geht einfach, die Einrichtung gestaltet sich doch schwieriger und nach einigen Versuchen fahren wir halb verrichteter Dinge in die Stadt. Wir haben unser Lieblingshotel schon im Reiseführer gefunden – das ist aber leider voll, ebenso die nächsten vier, die wir probieren. Das sind wir aus Kamerun gar nicht gewohnt. Am Ende landen wir im Grünen Kaktus – Le Cactus Vert. Es ist keine schlechte Wahl, die Rezeption ist nett, zuvorkommend und das Hotel schlägt alles was wir aus Kamerun kennen. Zum Beispiel gibt es fliessendes warmes Wasser ;-)
Wir machen uns auf noch was Essbares zu finden und landen in einer Pizzeria. Es kommt uns alles sehr europäisch vor: Die Straßen sind gut, die Autos und Häuser in Schuss und es gibt Pizza. „Fast ein bisschen wie Lissabon“, sagt Daniela und ich stimme zu. Das ist allerdings nur der erste Eindruck. Am nächsten Tag bei Tageslicht sehen wir schon die Unterschiede. Wir machen eine erste Erkundung der Stadt. Unter anderem erklimmen wir die hunderte Stufen einer der neun Hügel Tanas um den Königinnenpalast zu besichtigen. Es ist Sonntag und er hat zu – na ja kann man nichts machen. Wir setzten uns in ein Cafe am Hang. Es gibt Live Musik – echt Madegassich, oder Malagasy. Klingt gut!

Abends stellen wir fest, dass jemand auf unsere Anzeige bei Couchsurfing geantwortet hat. Das Hotel hat nämlich auch kostenloses Internet und so haben wir am morgen schon bei einigen „Locals“, die in der Couch Surfing Börse verzeichnet sind angefragt, ob sie sie sich auf einen Kaffee mit uns treffen wollen um uns ein paar Tipps zu geben.  Marion hat geantwortet, es ist aber schon spät und wir verabreden uns für den nächsten Tag.
Am Morgen wollen wir uns einen Plan für unsere Madagaskar Reise machen. In Kamerun blieb für die Planung keine Zeit und die ersten Tage wollten wir erstmal ankommen. Der Besuch im Reisebüro lässt uns aber erstmal aus allen Wolken fallen. Die Inlandsflüge, die wir eigentlich hier nehmen wollten sind echt teuer und sprengen unser Budget. Mietwagen kosten ein Vermögen, also bleibt nur das Buschtaxi, das sogenannte „Taxi-Brousse“ zur Fortbewegung. Es dauert zwar länger, aber man sieht auch mehr. Am Abend treffen wir uns mit Marion in einer Kneipe neben einen bekannten Ho(s)tel. Hier sind viele Ausländer. Marion selbst ist auch Franzosin und arbeitet hier seit drei Jahren in einem veterinärmedizinischen Projekt. Sie kennt sich aus und wirft erstmal unsere bisherige Planung über den Haufen. Wir brauchen für alles mindestens doppelt so lange wie wir dachten. Taxi-Brousse und schlechte bis kaum vorhandene Straßen, Flußüberquerungen mir Fähren, die nicht regelmäßig verkehren sind nur ein paar der Schwierigkeiten auf die wir uns einstellen sollten. Na da kann ja heiter werden …

Lemuren
Wir wollen erstmal ans Meer und ein wenig Urlaub machen. Auch wenn das für die Daheimgebliebenen befremdlich klingen mag, Kamerun war kein Urlaub. Die Arbeit im Projekt war doch recht anstrengend und auch das Herumreisen hat Energie gekostet. Daher der Plan: Ab an den Strand. Das Ziel unserer Wahl ist eine echte Pirateninsel: Isle Sainte Marie. Auf dem Weg dahin wollen wir uns aber noch ein paar Lemuren im Andasibe-Mantadia Nationalpark anschauen. Für die Tour müssen wir allerding ein wenig leichter reisen, als bisher und Marion hat angeboten bei ihr ein paar unserer Dinge unterzustellen. Also machen wir uns tags drauf, am Dienstag gegen Mittag zu Ihr auf. Nach der Verladung essen wir noch schnell was zusammen und Daniela und ich starten danach zum „Busbahnhof“. Maramanga heißt das erste Ziel, dort werden wir umsteigen müssen. Auch wenn es sich geregelt anhört ist das Verfahren für uns nur bedingt transparent, aber wir lassen uns treiben. Die Fahrer versuchen uns in Ihren Bus zu bugsieren und zerren an unserem Gepäck. Es gibt etwas Streit wegen uns, aber das ist alle nichts was uns aus der Ruhe bringt – Kamerun war eine gute Schule ;-)
Es ist dunkel als wir in Adasibe ankommen, ein Umstand, den wir eigentlich vermeiden wollten. Jetzt werden wir an der Straße etwas außerhalb vom Dorf herausgelassen an einem Hotel, das uns Marion empfohlen hat. Sie hatte aber leider keine Telefonnummer und so wissen wir nicht recht als das Taxi weiterbrousst ob wir hier festsitzen. Es geht alles gut – es gibt Doppelzimmer für acht Euro. Allerdings ist es empfindlich kalt. Schon in Tana hatten wir alle unsere Klamotten an und uns mit heißem Tee gewärmt, hier ist es aber nochmal etwas kälter und es gibt keine Fensterscheiben. Es zieht durch die Ritzen zwischen den Fensterläden und Brettern. Wir mummeln uns ein den Schlafsack ein und legen uns darin unter die Bettdecke.
Am nächsten morgen gibt’s kein heißes Wasser, weil Stromausfall. Am morgen erholen wir uns ganz gut von den Strapazen der Anreise und  so entschließen wir uns am Nachmittag zu einer kleinen Urwaldtour. Wir sind begeistert. Wir sehen zwei Lemurenarten und zwei verschiedene Chameleons. Außerdem können wir einen Blattschwanzgecko an der Rinde eines Baumes entdecken – gar nicht so leicht, wie man auf den Foto sieht. Wir legen also direkt nach und buchen die Nachtwanderung. Nochmals sehen wir viele Tiere – sie zu fotografieren ist eine andere Sache. Einige haben wir trotzdem ablichten können.
Nach kurzer Beratung beschließen wir uns am nächsten Tag in einen abgelegeneren Teil des Parks aufzumachen. Das wird unsere Zeitplanung durcheinanderbringen und die Finanzen belasten weil wir einen Allradwagen mieten müssen. Im Gegenzug bekommen wir aber Primärregenwald zu sehen und haben die Chance auf Sichtung weiterer Lemurenarten. Eine einmalige Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen wollen.  Also gehe ich am nächsten Tag morgens um halb sieben mit Tinah unserem Guide zum Eingang des kleinen Parks um evtl. noch eine weitere Touristengruppe zu finden, mit der wir die Kosten teilen könne. Leider Fehlanzeige, aber ich treffe Lucas, einen netten Amerikaner, der eigentlich nur zwei Wochen Namibia machen wollte, dann auf vier verlängert hat und anschließend beschlossen hat noch einen Monat Madagaskar dranzuhängen. Jetzt denkt er drüber nach zu verlängern, denn vier Wochen sind zu wenig für Madagaskar – da hat er Recht. Ich erzähle ihm von Kamerun und Ascovime. Er ist begeistert  und ich habe glaube ich einen weiteren Anhänger für die Organisation gefunden. Er wird sich weiter informieren und sich mit Mike Ursiny, der rechten Hand von Georges in Amerika in Verbindung setzen. Schön wenn das so klappt! Er verabschiedet sich  und braust auf seinem gemieteten Motorrad davon Richtung Süden. Später finde ich eine nette Nachricht und eine tolle Bewertung von ihm bei „Couchsurfing“ wieder.
Wir machen uns jedenfalls auf in den echten Urwald.  Knapp 1,5 Stunden rumpeln wir im Landrover über die Piste bis wir ankommen. Der Wald sieht wirklich nochmal merklich anders aus - irgendwie wilder. Wir stiefeln rein. Unser Guide verlässt uns zwischendurch immer mal wieder für in paar Minuten um Tiere zu suchen und lässt uns im wahren Sinne des Wortes im Regen stehen. Wäre ja auch kein richtiger Regenwald, wenns nicht wenigstens ein bisschen tröpfeln würde …
Nach mehreren erfolglosen Versuchen kommt er aufgeregt zurück. „Un peu plus vite!“ – schneller sollen wir machen. Dann treffen wir die Lemuren. Ein einzelnes Männchen, das sich recht schnell durch die Bäume hangelt. Wir folgen auf dem Boden. Er sucht wohl seine Freude meint der Guide, denn eigentlich ist diese Art recht gesellig und so trifft man selten Einzeltiere. So ist es dann auch und als der Lemur seine Familie wiederfindet stimmt er ein ohrenbetäubendes Jubelgeschrei an. Wir folgen der Dreiergruppe noch einige Zeit weiter, bis sie in einer steilen Schlucht verschwinden, in die wir nicht folgen können. Das hat sich schonmal gelohnt! Doch wir finden noch eine weitere Lemurenart und können sie beobachten. Sie sind etwas träger und posieren bereitwillig für unsere Fotosession, wenn auch hoch oben in den Baumwipfeln und gut versteckt hinter dem Blattwerk des Urwalds. Trotzdem gelingt uns mit Glück und Zoom der ein oder andere verwertbare Schnappschuss. Zum Abschluss machen wir noch einen Spazierganz zum natürlichen Schwimmingpool entlang eines rauschenden Urwaldbaches. So ungefähr stellt man sich Urwald immer vor oder bekommt es in Filmen zu sehen. Für uns eine tolle Erfahrung und wir sind froh über den „verlorenen“ Tag in unserem Zeitplan.


Lemuren am Weg. Keine 3 Meter weg. Beeindruckend!

Blattschwanzgecko. Aus der Entfernung kaum zu sehen.

Ein Chameleon. Später haben wirs gefüttert. Den Film lad ich mal bei Bandbreite rauf.



Ein Baumfrosch des Nachts

Zwei zufriedene Forscher im Primärwald

Lemur - Art reiche ich nach

Urwaldbächlein aus dem Bilderbuch

Ans Meer
Weiter geht’s mit Taxi-Brousse – das heißt zunächst zurück nach Moramanga, denn nur dort hat man beste Chancen eine Mitfahrgelegenheit nach Tamatave (Taomasina) zu bekommen. Mich erinnert das Verfahren ein wenig an die Gangart des Chameleons – ein bisschen nach hinten wippen um den Gegner zu täuschen und dann einen Schritt nach vorn machen. Es ist schon wieder viel später als geplant als wir in Tamatave ankommen und wir wollen noch weiter nach Foulpoint um dort zu übernachten. Vorerst müssen wir aber dringend zur Bank denn das Bargeld geht zur Neige und Kartenzahlung ist nicht. Also schwinge ich mich auf eine Rikscha – hier „Pousse-Pousse“ genannt – und brause davon während Daniela das Gepäck im Auge hat. Das wird schon auf das Buschtaxi nach Foulpoint verladen. Na ja, losbrausen ist vielleicht nicht die richtige Beschreibung für die Fortbewegungsgeschwindigkeit, mir der ich durch die Straße ziehe, aber es sei nicht weit versichert mir der Fahrer. Ich frage mehrfach nach und langsam werde ich ungeduldig als vor mir nach fast zehn Minuten eine Bankgebäude auftaucht. Na endlich, Daniela macht sich vielleicht schon Sorgen, denn sooo vertrauenserweckend war die Situation am Busbahnhof nicht. Dann fällt mein Blick auf die Schlange. Mindestens fünf Touristen stehen vor mir an und ich gehe davon aus, dass jeder von ihnen wie ich mehrmals den möglichen Maximalbetrag des Automaten abheben will. Weitere Zehn Minuten verstreichen und ich scharre mit den Füßen. Dann hole ich unser Geld uns schwinge mich auf das Pousse-Pousse. Ich bin mittlerweile sicher, dass Daniela sich Sorgen macht und hoffe sie hat noch keine größere Suchaktion in die Wege geleitet. Während wir im äußerster Rikschageschwindigkeit dahinziehen, wird ein ratterndes Geräusch rechterhand immer lauter. Wir haben einen Platten. Der Fahrer ignoriert ihn, denn ich habe ihm irgendwie verständlich machen können, dass wir uns echt beeilen müssen. Ignorieren ist eine Sache, auf blanker Felge fahren eine andere, aber auch das machen wir, als sich der Mantel komplett ablöst. Kurzer Stopp, ich halte die Karre hoch und mein Chauffeur schraubt den Schlauch aus der Felge, dann geht’s weiter auf blankem Metall. Ich bin mir der Situationskomik durchaus bewusst, als uns immer mehr Arbeitskollegen meines getreuen Fahrers überholen. Sie müssen loslachen über unser lautes Gespann mit mir samt Mantel und Schlauch auf der Rückbank. Bevor ich aber nicht zurück bei Daniela bin ist mir nicht nach Lachen zumute. Als ich näherkomme gestikuliert sie schon bei einer handvoll Passanten. Ich rufe und als sie mich sieht scheint auch ihr ein Stein vom Herzen zu fallen. Das wir einen Platten hatten sieht man gleich und so brauche ich gar nicht viel erklären. Unser Gepäck war inzwischen auf zwei weiteren Taxis, denn das erste war voll und wollte losfahren, also Gepäck wieder runter. Beim nächsten wars die gleiche Geschichte. Taxi Nummer drei fährt bei Sonneuntergang mit uns und unserem Gepäck Richtung Foulpoint los – Gott sei Dank!
Gegen acht kommen wir an und gehen direkt zum Hotel. Den Strand wollen wir uns morgen anschauen. Wir sind nämlich an „einem der schönsten Strände der Ostküste“ sagt unser Reiseführer – wir sind aber erstmal erledigt von der Fahrt und zweifeln an unserem Plan das Land einzig mit Taxi-Brousse zu erkunden. Egal, morgen haben wir erstmal frei. Ein Zwischenstopp den wir wirklich gebrauchen können.
Als ich früh wach werde erkunde ich erstmal den Strand und versuche Brot aufzutreiben. Hotelfrühstück ist in der Regel hier nicht so toll aber dafür teuer – das Geld sparen wir uns manchmal. Ausserdem ist Frühstück am Strand gemütlicher ;-)
Es wird ein Tag mit tollem Wetter, einer Pirogenfahrt zum Korallenriff incl. Schnorchelausflug und einer Visite im örtlichen Fort Manda, wo sich die Madegassen gegen verschiedene Angreifer erfolgreich zur Wehr setzten. Ein Tag mit viel frischer Luft und viel Sonne – zu viel für mich, denn ich habe irgendwie komplett vergessen mir den Rücken einzucremen. Anfängerfehler – kommt aber vor.
Morgen wollen wir auf die Insel Sainte Marie übersetzen und haben einen richtigen Bus mit anschließender Fähre gebucht. Der Bus wird uns am nächsten morgen um 7:00 Uhr am Hotel abholen.
Nachts wird es laut. Es ist windig und das Bugalowdach aus geflochtenen Bananenblattmatten isoliert Schall kaum bis gar nicht. Ich bin jedenfalls um vier Uhr wach und studiere die Wettervorhersage im Internet auf dem Handy. Ich mach mir etwas Sorgen, denn im Reiseführer steht was von Unfällen auf der Strecke und Marion hat gesagt man solle lieber einen Tag mit der Überfahrt warten, wenn schlechtes Wetter ist. Ich rufe bei der Zentrale des Veranstalters an und erfahre dass vor Ort kein Lüftchen geht. Wir überlegen kurz, entschließen uns dann doch zu fahren. Unterwegs begleitet uns stetig starker Wind und wir kommen dem Ziel immer näher. Vor Ort wird dann der Zweifel zur Gewissheit und die Fähre wird wegen schlechten Wetters gestrichen. Das schafft zwar Vertrauen in die Risikoabschätzung des Fährunternehmens, aber mäßige Laune, weil das Örtchen mit dem Ableger nicht gerade eine „Perle“ ist. Wir finden aber durch Zufall ein schnuckeliges Hotel mit kleinen Bungalows in einem kleinen Garten direkt am Strand – und gar nicht teuer. Wir sind zu fünft, denn wir haben noch drei weitere Deutsche im Bus getroffen: Celina und Freund Björn mit Simon. Simon war ein halbes Jahr auf Reisen und fährt von hier aus nach Deutschland zurück, Celina und Björn sind nur auf Kurztrip in Madagaskar. Wir freuen uns über die Gesellschaft und verstehen uns blendend. Daniela und ich ertappen uns ein wenig dabei wie wir dauernd von unseren Kameruner Erlebnissen erzählen – scheinbar ist da noch einiges zu verarbeiten. Abends probieren wir Vanille-Rum mit Cola auf der kleinen Terrasse. Es wird spät.


Unser Hotel am Ableger in Ivongo - ein Grlücksgriff

Überfahrt mir Hindernissen
Am nächsten morgen merke ich im Halbschlaf, wie unsere Zimmernachbarn aus der Slovakei, die auch im Bus saßen,ihre Klamotten zusammenpacken. Wie spät mag es sein? Vielleicht fünf – halb sechs? Ich grüble so vor mich hin und nach einiger Zeit macht es Sinn: Die Fähre wird wohl früh zur Insel aufbrechen, dann zurückkommen und nochmal fahren um den nächsten Bus aus Tamatave rüberzubringen und wieder in den regulären Takt zu kommen. Warum nur hat uns das niemand gesagt? Im Gegenteil, ich habe in Erinnerung, wie jemand von Doppelbelegung der Fähre gesprochen hat, als ob nur eine ginge!?! Viele Fragen und ich gehe zum Anleger um Antworten zu finden. Die bekomme ich auch, doch sie gefallen mir nicht. Wir haben unsere Fähre um sechs verpasst. Ob später noch eine zweite geht ist wegen des Wetters ungewiss. Als ich mit den schlechten Nachrichten zum Hotel komme ärgern wir und unsere neuen Freunde uns über die miserable Informationspolitik des Unternehmens und machen uns auf zum Anleger um Alternativen auszuloten. Wir finden einen Platz auf einer anderen Fähre. Was hier als Fährboot fungiert ist ein Kleinboot mit 20-40 Passagieren. Nach einigem Hick-Hack und verschiedenen Gerüchten, dass wegen schlechten Wetters nichts mehr geht beginnt das „boarding“. Wir mussten uns vorher mit Ausweisnummer zweimal bei Gendarmerie und Armee registrieren – wegen der vielen Unfälle. Diese Maßnahme schafft wirklich „Vertrauen“ und die ersten Brecher, die unserem Boot eine Breitseite geben als wir die Hafenausfahrt passieren verstärken das mulmige Gefühl im Magen. Das schaukeln allein reicht aber schon für Magenbeschwerden und fast die Hälfte der Mitreisenden muss zu den Kotztüten greifen. Unsere 5er Truppe hält sich wacker und so sind wir beim Anlegemanöver die einzige Sitzreihe ohne Seekrankheit. Jedenfalls sind wir heilfroh sicher angekommen zu sein und freuen uns auf unser Hotel mit „Bungalows ab 15€ an einer der schönsten Buchten der Insel“, wie es im Reiseführer steht. Der Satz überzeugt auch Celina, Björn und Simon und so warten wir zu fünft auf das Auto, das uns abholen soll.
Jetzt sitze ich hier und was soll ich sagen – der Reiseführer hat nicht zu viel versprochen. Es ist herrlich hier.
Ein paar Eindrücke:

Nur einer der schönen Strände der Insel

Ein Piratengrab - ein echtes. Gruselig aber auch irgendwie Klischee mit dem Totenkopf.

Unser Hotel

Ausflug an die Ostküste


Morgens vor dem Frühstück schnorcheln, dann kann man sich Motorroller ausleihen und die Insel erkunden, oder einfach zu Fuß die 8km an die Ostküste der Insel angehen. Letzteres haben wir heute gemacht. Zwei der drei Hotelhunde haben uns begleitet - den ganzen Weg! Zwischendurch ist noch ein alter Mann zu uns gestoßen und auch er hat uns bis zum Ende begleitet - vielleicht auch, weil er uns eine Piroge vermittelt hat um durch die Mangroven zum Strand überzusetzen und ein wenig am Honorar beteiligt war. Trotzdem war es sehr süss, wie er neben uns hergetrottet ist und uns alle Kulturpflanzen der Insel erklärt hat. Als Belohnung für die wirklich strapaziöse Tour sind an einem wahren Bilderbuchstrand gelandet. Gestern waren wir auf einem echten Piratenfriedhof  und Wale gibt’s hier auch und es ist sogar gerade Saison – das ist unser Plan für die nächsten Tage.

Wir halten Euch auf dem Laufenden!
Daniela & Sven


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